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Mann sitzt am Schreibtisch, hält einen Stift in der Hand, hat eine ausgedruckte Grafik vor sich liegen und tippt auf seinem Laptop

Abschlussbericht der thailändischen Zentralbank sieht Innovationspotenzial einer Digitalwährung

08.05.2024 München Giesecke+Devrient

Die Bank of Thailand hat vor kurzem den Abschlussbericht über ihr Pilotprojekt zu einer digitalen Landeswährung für Endverbraucher (Retail Central Bank Digital Currency, CBDC) veröffentlicht. In dem Projekt, das die Zentralbank mit der Technologielösung von Giesecke+Devrient (G+D) durchführte, testete sie das technologische Design einer digitalen Version des Baht und dessen Potenzial für Finanzinnovationen.

Laut dem Abschlussbericht der Bank of Thailand lieferte das Pilotprojekt vier zentrale Erkenntnisse: Eine CBDC ist in der Lage, zahlreiche Online- und Offline-Anwendungsfälle im Massenzahlungsverkehr zu unterstützen. Sie kann außerdem als Katalysator für Innovationen und als Wegbereiter für programmierbare Zahlungen dienen. Als offene Infrastruktur bietet sie darüber hinaus nicht nur Banken, sondern allen Arten von Zahlungsdienstleistern einen Zugang. Nicht zuletzt kann eine digitale Zentralbankwährung als Alternative zur bestehenden Zahlungsinfrastruktur die Resilienz des Bezahlsystems erhöhen.

Die Zentralbank führte das Pilotprojekt von Ende 2022 bis Oktober 2023 durch. Dazu baute sie mit der Retail-CBDC-Lösung Filia® von G+D eine Umgebung für die zugelassenen Zahlungsdienstleister, Einzelhändler und Endnutzer auf. Zu den getesteten Anwendungsfällen zählten Online-Transaktionen via QR-Codes und Wallet ID zwischen Einzelpersonen sowie von Einzelpersonen an Händler. Außerdem prüfte die Bank of Thailand das Offline-Bezahlen ohne Netzverbindung mithilfe von Bezahlkarten. Schließlich entwickelten die Teilnehmer im Rahmen eines Hackathons innovative Use Cases für eine Digitalwährung. Den ersten Preis gewann dabei eine „Grow up Wallet“, mit der Eltern ihren Kinder gewisse Zahlungsvorgaben für deren Einkäufe über die Digitalwährung setzen konnten. 

Im Zuge des Pilotprojekts wurde die CBDC-Lösung von G+D entlang des gesamten Lebenszyklus aus Ausgabe der Digitalwährung, Distribution, Validierung und Entnahme aus dem Umlauf unter verschiedenen technischen Gesichtspunkten bewertet. 

Filia® wurde speziell als Token-basierte Architektur entwickelt. Die Lösung bietet ein Höchstmaß an Datenschutz und erlaubt einen robusten Betrieb mit guter Leistung. Ähnlich wie beim Management von physischem Bargeld kann die Zentralbank bei einer Digitalwährung die Gültigkeit der digitalen Token garantieren und Transaktionen verifizieren, ohne dazu auf Informationen über Wallets oder Nutzer angewiesen zu sein. Zudem ermöglicht Filia® eine einfache Konfigurierbarkeit von programmierbaren Zahlungen. Die Fähigkeit, aufeinanderfolgende Bezahltransaktionen auch offline zu unterstützen, gehört ebenfalls zu den zentralen Aspekten der Lösung.

Derzeit gibt es noch keinen konkreten Plan für die offizielle Ausgabe einer Retail CBDC in Thailand. Die Zentralbank wird die Erkenntnisse des Pilotprojekts jedoch für andere Bereiche und künftige Studien zur Verbesserung des Zahlungssystems nutzen. „Die BOT geht davon aus, dass die Ergebnisse des Pilotprojekts für die weitere Entwicklung der Zahlungsinfrastruktur in Thailand von unschätzbarem Wert sein werden, wovon in Zukunft sowohl die Finanzinstitute als auch die Allgemeinheit profitieren werden“, heißt es im Abschlussbericht.

„Wir sind sehr stolz, dass die Bank of Thailand uns als Technologiepartner für ihr wegweisendes Pilotprojekt ausgewählt hat“, erklärt Dr. Raoul Herborg, Geschäftsführer der CBDC-Einheit bei G+D. „Sie hat dabei eindrucksvoll demonstriert, dass eine digitale Form öffentlichen Geldes den Wettbewerb unter Zahlungsdienstleistern fördern, Finanzinnovationen ermöglichen und der Öffentlichkeit leistungsfähige und kostengünstige Dienstleistungen zur Verfügung stellen kann.“

Der Abschlussbericht steht hier zum Download bereit: Retail CBDC Pilot Program – Conclusion Report

Über Giesecke+Devrient

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